Metropolregion Mitteldeutschland-Jahreskonferenz 2016: „Mitteldeutschland als deutsches Schweden“

Jahreskonferenz 2016: „Mitteldeutschland als deutsches Schweden“

16.12.2016

Gut 200 Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur beschäftigten sich zur Jahreskonferenz der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland am 15. Dezember 2016 in Chemnitz mit den demografischen Herausforderungen für die Region Mitteldeutschland. 
Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Doch seine Auswirkungen präsentieren sich in den großen Städten und im ländlichen Raum Mitteldeutschlands höchst unterschiedlich. Wie geht die Region damit um? Welche realistischen Steuerungschancen bestehen für Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft beim Thema Demografie? Diesen Fragen widmete sich die Jahreskonferenz der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland unter dem Titel „Demografie und ihre Herausforderung an die Region“. 

Dass in Mitteldeutschland mit Leipzig, Chemnitz, Halle (Saale) und Jena sehr dynamisch wachsenden Städten ländliche Räume gegenüber stehen, die in einigen Regionen geradezu ausbluten, konstatierte Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, in seiner Begrüßung. „Mitteldeutschland kann jedoch nur gewinnen, wenn es ein gezieltes Miteinander von Stadt und Land gibt, wie ich es bei der Stadt Frankfurt am Main und seinem Umland beobachten konnte. Ich hoffe, dass wir mit den Ergebnissen dieser Jahreskonferenz den Grundstein legen, um die Wachstumsschmerzen der Städte zu lindern und die Schrumpfungsprozesse auf dem Land abzumildern, sodass wir einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung Mitteldeutschlands leisten.“

Nach den eröffnenden Worten führten Staatssekretär Dr. Sebastian Putz aus dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt mit einem politischen Beitrag und Professor Dr. Michael Behr vom Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familien mit einem wissenschaftlichen Beitrag in die Thematik ein. Dabei erklärte Dr. Sebastian Putz „Unser Ziel muss es sein, an die Gestaltung des Wandels mit Augenmaß und viel Feinfühligkeit heranzugehen und den ländlichen Raum bei diesen massiven Veränderungen nicht allein zu lassen. Die Stabilisierung der ländlichen Räume, die Sicherung der Daseinsvorsorge für die verbleibenden Menschen ist eine der größten Herausforderungen der Zukunft.“ Ergänzend lieferte Professor Behr den Konferenzteilnehmern Zahlenmaterial zur Einstimmung auf die am Nachmittag folgenden Workshops. So zeigte er Entwicklungen der Einwohnerzahlen und der Arbeitsmarktsituation für die mitteldeutschen Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf. Als beispielgebend skizzierte er dabei die historisch gewachsene hohe Beschäftigungsquote von Frauen in den drei mitteldeutschen Ländern, die sich zudem seit der Jahrtausendwende weiterhin positiv entwickelt hat. So stieg die Beschäftigungsquote bei Frauen in Sachsen von 58 % im Jahr 2000 auf 73,1 % im Jahr 2015, in Sachsen-Anhalt von 54,2 % im Jahr 2000 auf 71,5 % im Jahr 2015 und in Thüringen von 59,5 % im Jahr 2000 auf 71,8 % in 2015. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt der hohen Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Ostdeutschland zu verdanken, wie sie ähnlich in Skandinavien vorzufinden ist. Vor diesem Hintergrund entwickelte Prof. Behr für Mitteldeutschland die Vision eines „deutschen Schwedens“.

Aufgeteilt in Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer am Nachmittag mit dem Konferenzthema hinsichtlich der „Arbeitswelt“, der „Wissenswelt“, der „Kulturwelt“ und der „Lebenswelt“. Im Bereich der Arbeitswelt zeigten sich die Gesprächsteilnehmer einig, dass Mitteldeutschland mit modernen Hochschulen und innovativen Unternehmen, wo flexible und familienfreundliche Rahmenbedingungen herrschen, gut aufgestellt ist. Es wird die Aufgabe sein, Jugendliche in Mitteldeutschland zu halten und gleichzeitig den nationalen und internationalen Zuzug zu fördern. Die „Wissenswelt“ beschäftigte sich mit dem Zusammenspiel von Schule, Wirtschaft und Gesellschaft. Aufgrund von zunehmend flexiblen Berufsbildern und Arbeitskarrieren forderten die Workshopteilnehmer, die Transparenz im Bereich Bildung zu erhöhen und Bildungsstrukturen eher länderübergreifend, sprich mitteldeutsch, zu denken. Für die „Kulturwelt“ wurde zunächst vor dem Hintergrund der so unterschiedlichen Rahmenbedingungen der demografischen Entwicklung zwischen Stadt und Land intensiv über Finanzierungsfragen diskutiert. Ein Lösungsansatz liegt für die Workshopteilnehmer in der Vernetzung der kulturellen Angebote mit beiderseitiger Impulssetzung zwischen Städten und ländlichen Regionen. Ergänzend können auch Mobilitätsangebote ein Schlüssel zum flächendeckenden Zugang zu kulturellen Angeboten sein. Mit genau diesen Mobilitätsangeboten beschäftigte sich der Workshop „Lebenswelt“. Beispielgebend wurden im Workshop bereits existierende Best-Practice-Modelle vorgestellt. Handlungsbedarf sah diese Runde in den kommenden Jahren bei der Entwicklung von Mobilitätskonzepten, die sich auf den ländlichen Raum konzentrieren, denn aktuell liegt der Fokus diesbezüglich eher auf den wachsenden Städten. 

„Wir haben viele interessante Ansatzpunkte für unsere Arbeits- und Projektgruppen der Metropolregion Mitteldeutschland gewinnen können. Ich bin begeistert, dass sich so viele Menschen so konstruktiv für die Zukunft der Region einbringen. Nachhaltig beeindruckt hat mich und viele Konferenzteilnehmer der wissenschaftliche Beitrag von Dr. Behr, der neben dem aufschlussreichen Zahlenmaterial mit dem vergleichenden Blick Richtung Schweden, eine beispielgebende Referenz ins Spiel gebracht hat“ resümierte Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH. 

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Zitate

Prof. Dr. Gesine Grande
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„Die HTWK Leipzig pflegt seit langem vielfältige und enge Kooperationen in Mitteldeutschland. Regionale Netzwerke sind grundlegend für unsere Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung. Gern möchten wir gemeinsam mit den Partnern zur Weiterentwicklung der Attraktivität und Stärke der Region beitragen."

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