Metropolregion Mitteldeutschland-Rückenwind für Grünen Wasserstoff: Bund fördert weitere HYPOS-Projekte

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Rückenwind für Grünen Wasserstoff: Bund fördert weitere HYPOS-Projekte

14.07.2017
Vivien Busch, HYPOS e.V.

Weitere innovative Vorhaben unter dem Dach des Wasserstoffprojekts HYPOS werden finanziell durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt. Damit erhielten nun drei Projekte Zuwendungsbescheide, die auf eine Kostenreduktion bei Erzeugung, Transport, Speicherung und Verwertung von Grünem Wasserstoff abzielen und so einen Beitrag zu einer zukünftigen Wirtschaftlichkeit „grüner“ Wasserstoffanwendungen leisten.

„Wir haben lange auf die Bewilligung der Projekte hingearbeitet und freuen uns daher sehr über die Förderung. Nun sind sichtbare Ergebnisse und Innovationen abzusehen, mit denen eine Wasserstoffregion in Mitteldeutschland entstehen kann. Als einziges Wasserstoffnetzwerk in Ostdeutschland wollen wir mit HYPOS die Verwendung von Wasserstoff in Mitteldeutschland weiter vorantreiben: im Bereich Mobilität, in der  chemischen Produktion und der urbanen Energieversorgung. Die Bedingungen dafür sind in der Region optimal, denn wir können einerseits auf das hier vorhandene Potenzial zurückgreifen und andererseits das bereits bestehende Wasserstoffpipelinenetz nutzen“, erklärt Vivien Busch, Projektmanagerin bei Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V. (HYPOS).

⁞⁞⁞ Vivien Busch, Projektmanagerin bei Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V. (HYPOS) ⁞⁞⁞

Zu den vom BMBF neu genehmigten Projekten, die eine Laufzeit von zwei beziehungsweise drei Jahren haben, zählt „ELKE“, das die Herstellung von Grünem Wasserstoff kostengünstiger machen soll: indem die Investitionskosten der alkalischen Elektrolyse durch Leistungsoptimierung der Elektroden um bis zu 30 Prozent reduziert werden. Das Konsortium, das das Projekt umsetzt, besteht aus dem Forschungszentrum Jülich, den Unternehmen McPhy Energy Deutschland und Kumatec sowie dem Fraunhofer IMWS aus Halle (Saale).

Stärker forschungsorientiert ist das Projekt „COOMet“, bei dem es um die gezielte Abtrennung von umweltschädlichem Kohlendioxid aus Rauch- und Biogasen zur Wiederverwendung und für die  Methanolherstellung geht. Neben dem Verbundkoordinator, der TU Bergakademie Freiberg, beteiligen sich die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, die John Brown Voest GmbH und der Advanced Machinery & Technology Chemnitz GmbH an diesem Vorhaben.

Mit „HyProS“ schließen sich drei klein- und mittelständische Unternehmen und fünf Forschungspartner zusammen, um eine hochsensitive Wasserstoffsensorik für den flexiblen Einsatz entlang aller Produktions- und Anwendungsbereiche von Wasserstoff zu entwickeln, die beispielsweise an den Ein- und Ausspeisestellen einer Wasserstoffpipeline zum Tragen kommen. Geplant ist eine Markteinführung zwei Jahre nach Projektende. Koordiniert wird das Projekt durch das Kurt-Schwabe-Institut aus Meinsberg. Partner ist unter anderem die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig.

Bernd ProtzeAusführlich vorgestellt werden die drei neuen Projekte auch auf dem diesjährigen HYPOS-Forum, das vom 2. bis 3. November 2017 unter dem Titel „Zukunftsmärkte für Grüne Wasserstoffpotenziale“ im BMW Werk Leipzig stattfinden wird. Seit 2015 konnten unter HYPOS 12 Projekte mit der Umsetzung starten. Für 2017 strebt das Konsortium den Start von fünf weiteren Vorhaben an.

Neuigkeiten kann auch der Vorstand des HYPOS e.V. vermelden: Als jüngstes Mitglied wurde Bernd Protze am 1. Juni in den neunköpfigen Vorstand kooptiert. Der Geschäftsführer der in Leipzig ansässigen VNG Gasspeicher GmbH folgt damit auf Dr. Volker Busack, der nach 30-jähriger Tätigkeit im Speichergeschäft in den Ruhestand verabschiedet wurde. Dr. Busack wirkte im Namen der VNG bereits seit Initialisierung des HYPOS-Projekts im Jahr 2012 mit.

⁞⁞⁞ Bernd Protze, Geschäftsführer VNG Gasspeicher GmbH ⁞⁞⁞

LOGO HYPOSAls eines von zehn Projektkonsortien wird HYPOS im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit bis zu 45 Millionen Euro gefördert. Aktuell vereint das 2013 gegründete Konsortium über 100 Großunternehmen, klein- und mittelständische Firmen sowie Forschungseinrichtungen und wissenschaftliche Organisationen aus dem gesamten Bundesgebiet. Mit HYPOS wird eines der größten Probleme der Energiewende angepackt: die Sektorenkopplung zwischen Stromversorgung, Wärmeversorgung und Mobilität. Unter Federführung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland wurde das HYPOS-Konsortium gegründet, um die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Energieumwandlung, -speicherung und des Energietransports mittels Wasserstoff zu erkunden. Die Voraussetzungen in Mitteldeutschland sind ideal – so verläuft unter anderem entlang der Autobahn 9 das zweitgrößte Wasserstoffpipeline-Netz Deutschlands, welches die mitteldeutschen Chemieparks mit Wasserstoff versorgt.

Zitate

Prof Dr. Andreas Berkner
Regionaler Planungsverband Leipzig-Westsachsen

"Unsere Planungsregion fasst die Stadt Leipzig, den Landkreis Leipzig und Landkreis Nordsachsen zusammen und stellt damit einen wesentlichen Teil des Kerngebiets der Metropolregion Mitteldeutschland dar. Als Planungsverband mit den uns zugewiesenen Aufgaben schaffen wir Voraussetzungen für die Standortentwicklung der Region. Dies kann und sollte nicht losgelöst von der allgemeinen Entwicklung der Region Mitteldeutschland erfolgen."

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