Metropolregion Mitteldeutschland-Zurück in die Heimat – Mitteldeutsche Arbeitgeber werben um Rückkehrer

Demographie und Bildung

Zurück in die Heimat – Mitteldeutsche Arbeitgeber werben um Rückkehrer

01.12.2017
Saskia Lange

Auf der Suche nach Wegen, dem Fachkräftemangel in Mitteldeutschland entgegenzuwirken, setzen Arbeitgeber in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen seit einigen Jahren verstärkt auf die Gewinnung von Rückkehrinteressierten und Berufspendlern. Zahlreiche Veranstaltungen bringen zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel mitteldeutsche Unternehmen mit Fachkräftemangel und potenzielle Rückkehrer aus der Region zusammen.

Erstmals veranstaltet die Stadt Dessau-Roßlau in enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit und der Stadtmarketinggesellschaft eine "Jobmesse für Rückkehrer und Heimatliebende“. „Mit dieser ersten Jobmesse richten wir uns gezielt an junge Menschen, die die Region in den letzten Jahren berufsbedingt verlassen haben. Neben den beruflichen Perspektiven möchten wir vor allem auch die lebens- und liebenswerten Seiten von Dessau-Roßlau in den Mittelpunkt rücken und ansässige Unternehmen bei der Akquise von Fachkräften unterstützen“, erklärt Saskia Lange, Geschäftsführerin der Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau.

⁞⁞⁞ Foto: Saskia Lange, Geschäftsführerin der Stadtmarketinggesellschaft Dessau-Roßlau ⁞⁞⁞

Unter dem Motto „Wann kommst Du nach Hause?“ werden potentielle Fachkräfte angeworben, in die Heimat zurückzukehren. Dabei wirbt die Stadt mit Jobangeboten, aber auch mit zahlreichen weichen Standortfaktoren wie guten Wohnungs- und Kinderbetreuungsangeboten, kultureller Vielfalt, einem aktiven Vereinsleben und der grünen Umgebung um gut ausgebildeten Fachkräfte. Vertreter aus verschiedensten Branchen informieren auf der Messe am 27. Dezember über vakante Stellen.

Ebenfalls am 27. Dezember lädt in Sachsen-Anhalt des Landkreis Stendal zum „Rückkehrertag“ ein. Hier stellen sich Firmen der Region vor, unterbreiten Angebote, zeigen Karriereperspektiven auf und stehen als Diskussionspartner zur Verfügung – für alle, „die sich nach bezahlbarem Wohnraum, nach verfügbaren Kita-Plätzen und nach Kontakt zu Freunden und Verwandten sehnen“, so die Veranstalter, wozu der Landkreis Stendal, die Agentur für Arbeit Stendal, die Stadt Stendal und die Landesinitiative Fachkraft im Fokus zählen. Die Initiatoren setzen zudem darauf, dass sich Rückkehrer auch durch „bodenständige Kultur und freie, unverbrauchte Natur“ angesprochen fühlen.

Auch in Sachsen vermittelt eine Reihe von Veranstaltungen am Jahresende zwischen Arbeitgebern und rückkehrinteressierten Fachkräften. So bietet die Heimkehrerbörse „Ab nach Hause“ des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Informationen für all diejenigen, die einen Zuzug oder die Rückkehr in die Region planen. Dazu gehören neben aktuellen Stellenangeboten auch Tipps rund ums Wohnen und zu Freizeitaktivitäten. Ein „Pendleraktionstag Erzgebirge“ findet am 27. Dezember in Annaberg sowie am 28. Dezember in Aue statt. Auf dieser regionalen Jobmesse für Pendler, Exil-Erzgebirger und Fachkräfte bekommen Besucher die Chance, mit Unternehmensvertretern und Personalverantwortlichen Kontakte zu knüpfen und Arbeitsperspektiven im Erzgebirge zu entdecken. Die Rückkehrerbörse „Wiederda“ des Landkreis Bautzen informiert am 27. Dezember in Bautzen Rückkehrer und Pendler über Arbeitsplatzangebote. Die örtliche IHK und die Handwerkskammer werden mit Jobangeboten ihrer Mitglieder vertreten sein, zudem informiert die Landkreisverwaltung über alles, „was zum Leben nach Feierabend gehört“, so der Veranstalter.

Andreas KnuhrBereits erprobt ist das Modell der Rückkehrermesse in Thüringen. Seit inzwischen fünf Jahren organisiert die Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF) die Messe „comeback“, die sich speziell an Pendler und Rückkehrer wendet. „Aufgrund der positiven Entwicklung der Thüringer Wirtschaft und vor dem Hintergrund des demografischen Wandels suchen viele Thüringer Unternehmen nach gut ausgebildeten Fachkräften. Das ist eine gute Chance für all jene qualifizierten Fachkräfte, die gern (wieder) in Thüringen leben und arbeiten möchten, eine attraktive Stelle im Freistaat  zu finden. Mit der comeback bieten wir sowohl Thüringer Unternehmen als auch interessierten Berufspendlern und Fachkräften eine geeignete Plattform, um sich auf kurzem Weg kennenzulernen und eine mögliche Zusammenarbeit auszuloten“, erklärt Andreas Knuhr, Leiter der ThAFF.  Jährlich nutzen durchschnittlich 40 Unternehmen und mehr als 1.000 Besucher die comeback, mit steigender Tendenz. „Auch die positive Resonanz seitens der Unternehmen, mithilfe der comeback geeignetes Personal zu finden, bestärkt uns in der Annahme, die Messe auch in den kommenden Jahren durchzuführen“, so Knuhr. Die nächste „comeback“ findet am 19. Mai 2018 in Erfurt statt.

⁞⁞⁞ Foto: Andreas Knuhr, Leiter der Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung (ThAFF) ⁞⁞⁞

Eine Übersicht über Fachkräfteportale in Mitteldeutschland stellt die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland hier zur Verfügung.

Zitate

Prof. Dr. Gesine Grande
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

„Die HTWK Leipzig pflegt seit langem vielfältige und enge Kooperationen in Mitteldeutschland. Regionale Netzwerke sind grundlegend für unsere Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung. Gern möchten wir gemeinsam mit den Partnern zur Weiterentwicklung der Attraktivität und Stärke der Region beitragen."

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