Metropolregion Mitteldeutschland-Reallabor für Grünen Wasserstoff geplant

Hypos

Reallabor für Grünen Wasserstoff geplant

12.04.2019
Stefan Bergander

In Mitteldeutschland soll ein Reallabor für Erzeugung, Transport, Speicherung und Nutzung von Grünem Wasserstoff entstehenEin HYPOS nahes Konsortium beteiligt sich mit dem Projekt „GreenHydroChem“ am Ideenwettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

"Mit GreenHydroChem werden Forschungsprojekte aus dem HYPOS-Netzwerk zusammengeführt und weiterentwickelt. Bei erfolgreicher Umsetzung wird das Vorhaben durch die Sektorenkopplung industrieller Wertschöpfungsketten mit der erneuerbaren Stromerzeugung einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende sowie der Weiterentwicklung der mitteldeutschen Wirtschaftsregion leisten“, erklärt Stefan Bergander, Projekt- und Innovationsmanager der HYPOS-Geschäftsstelle.

⁞⁞⁞ Foto: Stefan Bergander, Projekt- und Innovationsmanager der HYPOS-Geschäftsstelle ⁞⁞⁞

Dazu hat sich ein HYPOS nahes Konsortium bestehend aus Siemens, Linde AG, VNG Gasspeicher GmbH, ONTRAS Gastransport GmbH, Terrawatt Planungsgesellschaft GmbH, DBI Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg, Uniper, 50Hertz Transmission GmbH sowie dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS zusammengeschlossen. Die Projektpartner haben mit „GreenHydroChem Mitteldeutsches Chemiedreieck“ Projektskizzen zum Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eingereicht.

LOGO HYPOSDas Grundkonzept von GreenHydroChem umfasst in einem systemischen Ansatz über drei Teilprojekte die intelligente Verknüpfung von Großelektrolyse (Herstellung), Wasserstoffpipeline (Transport), Wasserstoffkaverne (Speicherung) und entsprechenden Großabnehmern (Verwendung) für Grünen Wasserstoff. Dazu wollen die Partner die in Mitteldeutschland bereits bestehende Infrastruktur nutzen und erweitern. Darüber hinaus stehen auch die entsprechenden Stromkapazitäten aus erneuerbaren Energien zur Verfügung, sowohl im Netz als auch durch eine geplante Direktanbindung an einen Windpark in Bad Lauchstädt.

Im Detail umfasst das Projekt den Bau von Großelektrolyseanlagen an den Standorten Leuna mit einer Kapazität von bis zu 100 Megawatt sowie Bad Lauchstädt mit einer Kapazität von bis zu 40 Megawatt, einer Anlage zur Umwandlung kohlenstoffhaltiger Reststoffe sowie die Nutzung eines Kavernenspeichers in Bad Lauchstädt mit Gasnetzanbindung an das bestehende Wasserstoff-Pipelinesystem Mitteldeutschlands. Darüber gelangt der Grüne Wasserstoff zu potenziellen Kunden, zum Beispiel der Raffinerie in Leuna. Der Kavernenspeicher mit seiner Kapazität von 50 Millionen Kubikmetern sichert eine kontinuierliche Belieferung, um Zeiten von Windflauten und Wartungsmaßnahmen an den Elektrolyseanlagen zu überbrücken. Die Projektpartner wollen das Reallabor bis 2024 entwickeln und realisieren. Der so erzeugte Grüne Wasserstoff reduziert die anfallenden Treibhausgas-Emissionen um bis zu 91 Prozent.

HYPOS bündelt und koordiniert bereits seit 2013 überregional die Kompetenzen von Wirtschaft und Wissenschaft in Bezug auf Grünen Wasserstoff in Mitteldeutschland und darüber hinaus. Aktuell forschen verschiedene Projektkonsortien in über 20 HYPOS-Projekten entlang der Wertschöpfungskette Grüner Wasserstoff. In den HYPOS-Dialogen lädt das Netzwerk seine Mitglieder regelmäßig ein, um darüber in den Austausch zu kommen. Am 08. April 2019 bot der 6. HYPOS-Dialog mit dem Titel "Zukünftige Netzinfrastrukturen für Grünen Wasserstoff" spannende Beiträge zu den Folgen und Herausforderungen im Transformationsprozess der Energiewende für die Energiewirtschaft. Im Fokus stand die Erdgas-, Strom- und Wasserstoffnetzinfrastruktur. Gemeinsam mit 50 Teilnehmern diskutierte der HYPOS-Dialog, wie Grüner Wasserstoff in ein Infrastrukturnetz integriert werden kann.

Zitate

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KLEUSBERG

„Unsere Mitgliedschaft gibt uns die Möglichkeit, noch intensiver mit mitteldeutschen Forschungseinrichtungen zusammenzuarbeiten, Forschung in der Region voranzutreiben und damit die Region Mitteldeutschland weiterzuentwickeln.“

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