Metropolregion Mitteldeutschland-Weltweit erster Wasserstoffzug auf ostdeutscher Premierenfahrt

Verkehr & Mobilität

Weltweit erster Wasserstoffzug auf ostdeutscher Premierenfahrt

01.02.2019
Kai Emanuel 154px

Heute absolvierte der weltweit erste Wasserstoffzug seine Premierenfahrt in Ostdeutschland von Leipzig nach Grimma. Mit der Aktion werben ZVNL, Metropolregion Mitteldeutschland, der Hersteller Alstom und HYPOS für die großen Potenziale der innovativen Technologie im mitteldeutschen S-Bahn-Netz

„Der Schienenpersonennahverkehr erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Allein im Gebiet des ZVNL werden täglich 90.000 Fahrgäste befördert - Tendenz steigend“, erklärt Kai Emanuel, Landrat in Nordsachsen und Verbandsvorsitzender des Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL). Aus diesem Grund sei es wichtig, frühzeitig die richtigen Rahmenbedingungen in der Region für die Mobilität der Zukunft zu schaffen. „Um dies weiter voranzutreiben, haben wir uns als erster Zweckverband in Ostdeutschland intensiv mit dem Thema Wasserstoffzug beschäftigt. Diese Technologie kann es uns ermöglichen, dass Mitteldeutsche S-Bahn-Netz ohne hohe Elektrifizierungskosten bedarfsgerecht zu erweitern. Damit sich noch mehr Menschen für den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr entscheiden“, so Kai Emanuel.

⁞⁞⁞ Foto: Kai Emanuel, Landrat in Nordsachsen und Verbandsvorsitzender des Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL)​ ⁞⁞⁞

„Die Wasserstoff-Technologie bietet vielfältige Potenziale für die erfolgreiche Gestaltung der Energiewende und des Strukturwandels in der Region. Aufbauend auf der exzellenten Forschungsinfrastruktur zum Thema Wasserstoff gilt es nun, wirtschaftliche Anwendungen in den Bereichen Energieversorgung, Industrie und Mobilität zu entwickeln“, betonte Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland. In der gemeinsam mit dem ZVNL durchgeführten Machbarkeitsstudie sei der grundsätzliche Nachweis für den erfolgreichen Einsatz von Wasserstoffzügen im mitteldeutschen Schienenverkehr erbracht worden. “Wenn es uns gelingt diese Zukunftstechnologie als erste in Ostdeutschland auf die Schiene zu bekommen, wäre dies ein wichtiger Baustein für eine Wasserstoff-Modellregion mit bundesweiter Ausstrahlung“, so Jörn-Heinrich Tobaben weiter. Unter den Augen der rund 150 geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie zahlreichen Pressevertretern und Eisenbahn-Enthusiasten der Region meisterte der Zug seinen Premierenfahrt von Leipzig nach Grimma sowie zurück und überzeugte dabei vor allem mit Emissionsfreiheit, Geräuscharmut und seiner hohen Leistungsfähigkeit. An der Informationsveranstaltung in Grimma nahmen neben Landrat Kai Emanuel und Jörn-Heinrich Tobaben auch Kay Okon, Vorstand des ostdeutschen Wasserstoff-Netzwerkes HYPOS und Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer Alstom Deutschland teil. Der Coradia iLint des französischen Bahntechnik-Konzerns Alstom ist weltweit der erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Die Leistungsdaten des Wasserstoffzuges sind vergleichbar mit denen aktueller Dieseltriebzüge. So verfügt er über eine Reichweite von rund 1.000 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Außerdem ist die Fahrgastkapazität genauso hoch wie bei der letzten Generation von Coradia Lint Dieseltriebzügen. Die Züge werden elektrisch angetrieben. Die elektrische Energie wird an Bord in einer Brennstoffzelle erzeugt und in Batterien zwischengespeichert. Die Brennstoffzelle liefert elektrische Energie durch die Reaktion von Wasserstoff, der in Tanks an Bord gelagert wird, mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Es werden lediglich Wasserdampf und Wasser abgeführt. Seit September 2018 sind die ersten zwei Wasserstoffzüge von Alstom im Elbe-Weser-Netz im regelmäßigen Fahrgasteinsatz. Ab 2021 setzt die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) 14 Coradia iLint ein und wird mit den umweltfreundlichen Brennstoffzellenzügen Reisende zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude im regulären Einsatz befördern.

⁞⁞⁞ Foto: Henry Graichen, Landrat des Landkreises Leipzig, Dr. Jörg Nikutta, Managing Director Deutschland & Österreich bei der ALSTOM Transport Deutschland GmbH, Kay Okon, Leiter Engineering- und Projectmanagement bei der VNG Gasspeicher GmbH, Kai Emmanuel, Landrat des Landkreises Nordsachsen und Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH, vor dem Wasserstoffzug Coradia iLint im Bahnhof Grimma; Bildnachweis: Frank Schütze​ ⁞⁞⁞

Zitate

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"Der Burgenlandkreis hat den Beitritt zur Metropolregion bewusst gewählt, um sich aktiv mit seinen Stärken von der Ernährungswirtschaft, dem Weinbau bis zum Welterbeantrag einzubringen. Dabei will der Burgenlandkreis eine verbindende Rolle durch seine zentrale Lage zwischen Leipzig und Jena spielen und den Fokus auf das Thema Bildung verstärken."

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