Metropolregion Mitteldeutschland-Effekte und Entwicklung von Clustern

Effekte von Clustern

Effekte für Unternehmen

  • Cluster stärken die Unternehmen, da sie Kooperationsgewinne erzielen können.
  • Aufgrund der Nähe von Zulieferern, Dienstleistern und Forschungs- & Ausbildungseinrichtungen können die logistischen Kosten verringert werden.
  • Die Nähe der Akteure zueinander ermöglicht neue, innovative Formen der Zusammenarbeit sowohl zwischen Unternehmen, als auch zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Selbst Unternehmen, die miteinander in direkter Konkurrenz stehen, können gemeinsame Kooperationsfelder ermitteln und sich dadurch stärker spezialisieren.

Effekte für Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen

  • Durch die koordinierte Zusammenarbeit sämtlicher Einrichtungen können sie sich besser auf die regionalen Unternehmen ausrichten und mit diesen im Rahmen neuer Forschungs- und Entwicklungsprojekte zusammenarbeiten.

Effekte für die Landesregierungen

  • Infolge eines organisierten Informationsflusses innerhalb der Cluster können innovations- und wachstumsfreundliche Rahmenbedingungen für die Cluster-Branchen geschaffen werden.
  • Erfolgreiche Cluster können das Wirtschaftswachstum und die Standortattraktivität, sowie den Lebensstandard der Bewohner, steigern.
  • Die Stärkung vorhandener Cluster kann die Entwicklung neuer Cluster fördern.
  • Auch ländliche Regionen können von einer sektoral ausgerichteten Wirtschaftspolitik profitieren.

Clusterentwicklungsprozesse

Mit dem Begriff Cluster werden flexible Netzwerke einander ergänzender kleiner und großer Unternehmen sowie Forschungs-, Entwicklungs- und Qualifizierungseinrichtungen bezeichnet, die aufgrund enger Lieferverflechtungen und Kooperationsbeziehungen eine hohe Wettbewerbsfähigkeit entfalten.

In Mitteldeutschland ist zwischen so genannten Mikro-Cluster und Makro-Cluster zu unterscheiden. Während sich Mikro-Cluster wie die Optoelektronik in Jena und die Mikroelektronik in Dresden in einer Stadt konzentrieren, ist die kritische Masse an Unternehmen in den Makro-Cluster nur auf Ebene mehrerer Bundesländer zu finden. Die geografische Größe des Clusters wird nicht von Verwaltungsgrenzen bestimmt, sondern orientiert sich an Wertschöpfungsketten und Kooperationsbeziehungen.

Cluster bilden sich seit jeher ganz natürlich überall in der Welt heraus. Unternehmen sind mit anderen Unternehmen als deren Zulieferer oder Dienstleister verbunden, kooperieren mit Forschungseinrichtungen oder bilden Ausbildungs- oder Einkaufsverbünde mit Konkurrenten. Die Region Mitteldeutschland ist wie viele Regionen auf der Welt von einer sehr gemischten Branchenstruktur geprägt. Die einzelnen Branchen weisen wiederum selbst unterschiedliche Strukturen hinsichtlich der Größe der Unternehmen, die Nähe zu Forschungseinrichtungen oder das Vorhandensein von Zulieferern auf. Ein allgemeines Schema für die Entwicklung von Clustern kann somit nur den Rahmen für einen Prozess abstecken, der in jedem Cluster anders verläuft und auf den eine Vielzahl von nur bedingt beeinflussbaren Faktoren einwirkt.

Das Clustermodell wurde auf Basis internationaler Vergleichsstudien durch die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland (Klaus Wurpts), die Handelshochschule Leipzig (Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg) und die Havard Business School (Dr. Christian Ketels) entwickelt.