Metropolregion Mitteldeutschland-Gartenreich Dessau-Wörlitz

Gartenreich Dessau-Wörlitz

Gartenreich Dessau-Woerlitz © typo-graphics – istockphoto

  • Hintergrund

    Die Natur der Aufklärung lässt sich an dieser Landschaft ablesen. Im Gartenreich Dessau-Wörlitz wird in Flora und Fauna die Friedensvorstellung von der Harmonie zwischen Mensch und Natur bildlich. Der umfriedete, alle Gewalt ausschließende Ort veranschaulicht den Einklang der Schöpfung als uneinholbares Ideal. Von England aus schwappte die Idee des natürlich-arrangierten Landschaftsgartens, die den geordnet-angelegten Barockgarten verdrängen sollte, über den Kanal. In Wörlitz entstand die erste bedeutende Anlage des neuen Typus auf europäischem Festland. Zum spazierenden Schwelgen und lustvollem Denken ist das Grünparadies gestaltet, das die sprichwörtlich gewordene Zen-Sentenz des Weges, der das Ziel ist, nolens volens verkörpert. Im Gleichklang mit den darin eingebetteten Bauten und Kunstwerken wird das Gartenreich zur kontemplativen Bildungsstätte. Ein gesellschaftlicher Frieden ist nur unter der Vorraussetzung individuellen Gemüt- und Seelenfriedens zu haben, lautet die Quintessenz.

  • Vordergrund

    Der Name Gartenreich, den ihm schon Zeitgenossen gaben, ist keine Übertreibung. Über 142 Quadratkilometer erstreckt sich das Gelände. Sind Sie Erstbesucher, dann empfiehlt sich die Erkundung des historischen Kerngebiets rund um Schloss Wörlitz, dem Gründungsbau des deutschen Klassizismus. Auf seiner Grandtour dazu inspiriert, machte es Fürst Franz zum Ausgangspunkt seiner Landschaftsgestaltung, der sich auch als Ihr Ausgangspunkt anbietet. Über ein System von Sichtbeziehungen werden sie laufend der verschiedenen Gartenteile gewahr, noch bevor Sie diese betreten. Die Grenzen zwischen den gestalten Arealen und der natürlich Umgebung gehen dabei ineinander über. Schönes verbindet sich mit Nützlichem, weshalb Sie auch Bereiche mit Landwirtschaft und dem Obstbau passieren. Bringen Sie ausreichend Zeit mit, dann Lustwandeln Sie in immer weiteren Kreisen durchs Gartenreich, erleben mit Oranienbaum ein kleines Stück Holland oder passieren auf dem Weg nach Dessau den Landsitz der Fürstin Louise von Anhalt-Dessau, ein idyllisches Kleinod des Architekten F. W. von Erdmannsdorff.

    In Dessau angekommen, finden die Kenner flämischer und holländischer Meister im Rokokoschloss Mosigkau ihr ganz eigenes Arkadien, oder Sie lustwandeln, dem illustren Charme des Gartenreichs vollends verfallen, noch ins Georgium: einem innerstädtischen Landschaftspark mit klassizistischem Schloss, den der jüngere Bruder des Fürsten ab 1780 kongenial zu den bestehenden Ensembles anlegte.

  • Auf dem Weg

    Den ganzen Jahreskreis über lohnt sich der Besuch, entscheiden Sie einfach nach Ihrer Lieblingsjahreszeit. Von April bis Oktober können Sie sich über die Gewässer gondeln lassen. Verpassen Sie nicht den Besuch der Insel Stein im Ostteil als besonderen Selfiespot: Hier brodelt und spritzt zu unregelmäßigen Terminen der einzige künstliche Vulkan Europas. Der Souvenirladen hält nachgebildete Plastiken vor – wollten Sie nicht schon immer einen Gigantentorso Ihren Wintergarten bewachen sehen?

  • Allgemeinbildung

    • 1758: Der 18-jährige Prinz Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau übernimmt die Regentschaft
    • 1765: Nach mehreren Bildungsreisen beginnt Franz mit der gezielten Landschaftsgestaltung
    • 1773: Das Landhaus Wörlitz ist der erste klassizistische Bau Deutschlands, in über 40 Jahren folgen weitere Landschaftsgärten, ältere Anlagen in Oranienbaum und Mosigkau werden ins Gesamtkonzept einbezogen
    • 2000: Das Gartenreich wird Weltkulturerbe

 

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