Metropolregion Mitteldeutschland-Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn Foto: Archiv Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

  • Hintergrund

    Grau, trist: für Viele ein Ort besonderer, emotionaler Erinnerungen. Allein seine Größe wirkt bis heute imposant und einschüchternd - die Grenzübergangsstelle Marienborn war neben der Berliner Mauer das wichtigste und bedeutendste Zeichen der deutschen Teilung. Direkt nach dem Ende des zweiten Weltkrieges durch die alliierten Siegermächte unter dem Namen „Checkpoint Alpha“ errichtet, war dies der einzige Passierpunkt für die westlichen Streitkräfte, um durch die Sowjetische Besatzungszone nach West-Berlin und zurück zu gelangen. Während der Kontrollpunkt zunächst aus provisorischen Holzbauten bestand, ließ die DDR 1952 eine 5-km-Sperrzone errichten und, in den frühen 70er Jahren schließlich, eine neue Grenzübergangsstelle auf einer Fläche von 35 Hektar bauen. 1.000 Bedienstete des Ministeriums für Staatssicherheit kontrollierten Reisende, ihre Fahrzeuge und Güter nahezu lückenlos. Dabei wurden Gepäckstücke geröntgt, PKWs durchsucht sowie in vielen Fällen Leibesvisitationen und Vernehmungen durchgeführt. Allein zwischen 1985 und 1989 passierten 34,6 Millionen Reisende diese Grenzübergangsstelle. Mit der Öffnung der Grenze am 9. November 1989 konnten Reisende den Grenzübergang an der Autobahn 2 frei passieren. Endgültig geschlossen wurde der Kontrollpunkt schließlich am 1. Juli 1990, exakt 45 Jahre nach seiner Eröffnung.

  • Vordergrund

    Wenn Sie heute die Gedenkstätte besuchen, können Sie die fast vollständig erhaltene Grenzübergangsstelle Marienborn eigenständig erkunden. Mit Informationstafeln versehen, finden Sie auf dem Gelände noch nahezu alle Bestandteile der früheren Grenzübergangsstelle - angefangen von einem begehbaren Lichtmast über die Pass- und Zollkontrolle sowie die Wechselstube bis hin zur Leichenhalle und Kantine. Darüber hinaus finden Sie im ehemaligen Gebäude der Zollkontrolle eine Ausstellung, die aufzeigt, wie pedantisch und entwürdigend diese Kontrollen sein konnten. Das ehemalige Stabsgebäude wurde im Jahr 2000 zum Besucherzentrum umfunktioniert und zeigt eine Dauerausstellung, die die Teilung Deutschlands und Europas dokumentiert.

  • Auf dem Weg

    Marienborn ist nicht erst seit den Zeiten der Innerdeutschen Grenze bekannt, denn das Dorf gilt als ältester Wallfahrtsort Deutschlands. Zu verdanken hat er dies einer Quelle, der seit dem 12. Jahrhundert Heilwirkung zugeschrieben wird. Über der Quelle wurde die heutige Marienkapelle errichtet. Besuchen Sie im Sommer die Quelle zwischen 6 und 21 Uhr und probieren Sie dessen heilende Wirkung. Darüber hinaus sollten Sie auch das ehemalige Schloss, die Orangerie, die nach Plänen von Schinkel entstand, sowie die ehemalige Brauerei auf dem früheren Klostergelände besuchen. Wer gern einen kleinen Ausflug in die angrenzende Natur unternehmen möchte, dem sei ein Ausflug zur Räuberhöhle empfohlen. Nach Überlieferungen soll hier Räuberhauptmann Rose (geb.1816) mit seiner Geliebten des Öfteren genächtigt haben.

  • Allgemeinbildung

    • Sommer 1945: Eröffnung des Kontrollpunktes durch die alliierten Siegermächte
    • 1950: Übernahme des Kommandos am Grenzpunktes durch die DDR
    • 1952: Errichtung einer 5 km-Sperrzone entlang der Grenze
    • 1972 bis 74: Neubau der Grenzübergangsstelle auf einer Fläche von ca. 35 Hektar
    • 1.000 Bedienstete versahen hier als Angehörige des Ministeriums für Staatssicherheit, der Zollverwaltung der DDR, der Grenztruppen der DDR bzw. als Zivilbeschäftigte ihren Dienst.
    • 34,6 Millionen Reisende wurden allein zwischen 1985 und 1989 abgefertigt
    • nach dem 9. November 1989 ist der Grenzübergang frei passierbar
    • 1.07.1990: Schließung der Grenzübergangsstelle (exakt 45 Jahre nach dessen Eröffnung)
    • 13.08.1996: Eröffnung der Gedenkstätte

 

Altbundespräsident Prof. Dr. Roman Herzog (1998)
Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

„Erinnern und Denken brauchen einen Ort. Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ist inzwischen zu diesem Ort des Erinnerns, des Trauerns und des Gedenkens, zu einem Ort der Forschung und vom Bollwerk der Trennung zu einem Ort der Begegnung geworden - einem Ort, an dem Deutsche Deutschen ihre Geschichte erzählen“.